Die Geschichte des Porenbetons

Die Entwicklung des Baustoffs Porenbeton geht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Dabei wollte man aus den mineralischen Rohstoffen Quarzsand und Kalk Bausteine in großen Mengen und mit gleich bleibender Qualität herstellen.

1923

Der schwedische Architekt Axel Eriksson stellt in Zeiten großer Rohstoffknappheit erstmals Porenbeton her. Ein Jahr später erhält er das Patent für seine neue Erfindung.

1927

Eriksson verwendet ein Verfahren, bei dem unter Zusatz eines Metallpulvers ein Gemisch aus Kalk und Quarzsand angemacht wird. Damit legt er die Grundlagen für den modernen Porenbeton. In Anlehnung an dieses Verfahren wird 1933 auch ein Leichtstein aus Portlandzement und Quarzmehl entwickelt.

1929

In Schweden startet die industrielle Fertigung von Porenbetonerzeugnissen. Weitere Werke gehen Anfang der 30er Jahre an den Start.

1945

In Deutschland wird das Schneideverfahren mit straff gespannten Stahldrähten entwickelt. Diese Technik ermöglicht ein äußerst maßgenaues Aufteilen der standfesten Porenbetonblöcke in kleinere Elemente, so dass auch Materialverluste minimiert werden. Ebenso können erstmalig großformatige und stahlbewehrte Bauteile hergestellt werden.

In Deutschland wurde Porenbeton vor allem durch innovative Konzepte für kostengünstiges Bauen bekannt. Bereits 1952 forderte der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard die Bauindustrie auf, Porenbeton und speziell Ytong als „anerkannt guten und modernen Baustoff“ zu verwenden, der zudem vergleichsweise kostengünstig sei. Die schnell wachsende Akzeptanz ist eng verbunden mit der Einführung von Plansteinen  im Jahr 1960.

1960

Entwicklung von Plansteinen ermöglicht Mauerwerk mit Dünnbettmörtel und geringem Fugenanteil.

1977

Einführung der „Nut-und-Feder“-Verbindung, wodurch das Bauen erleichtert und der Rohbaufortschritt beschleunigt wird. Seither werden Stoßfugen im Regelfall nicht mehr vermörtelt.

1983

Mauersteine aus Porenbeton erhalten Grifftaschen zur leichteren Handhabung und Verarbeitung.

1987

Entwicklung von Porenbeton-Planelementen; weitere Reduzierung der Arbeitszeitrichtwerte für Mauerwerk.

1994

Flachstürze kommen dazu, die aufgrund ihres geringen Gewichts von Hand und ohne Kran eingebaut werden können.

1996

Einführungen Planelemente im Doppelpack stärken kostenoptimiertes Bauen.

2000

Das „lange“ Planelement ermöglicht die Erstellung von 1,9 m² Mauerwerk mit nur einem Kranhub.

2007

Porenbeton-Plansteine erreichen eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,08 W/(mK).

2011

Porenbeton-Planblöcke erreichen eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,07 W/(mK).